Weihnachtsmänner schlagen Alarm

Weihnachtsmänner schlagen Alarm

Sömmerda Weihnachtsmannparade - Weihnachtsmänner schlagen Alarm: Heiliges Fest bald ohne Schokolade?

Eine Abordnung Thüringer Weihnachtsmänner demonstrieren am Donnerstag 04.12.2014 auf dem Sömmerdaer Markt gegen Armut und Ausbeutung auf Kakaoplantagen. Der unfaire Preis für Kakao zwingt immer mehr Bauern in Westafrika dazu, ihre Farmen aufzugeben.

Ohne Kakao könnte es schon bald ein Weihnachten ohne Schokolade geben. Deshalb schlagen die Weihnachtsmänner nun Alarm. Mit Protesten in Deutschland, Österreich, Tschechien und Estland solidarisieren sich die Rotmützen mit den Kakaobauern und der Kampagne Make Chocolate Fair! der Entwicklungsorganisation INKOTA.

„Wir befürchten, dass wir zu Weihnachten keine Schokolade mehr verteilen können“, erklärt der Sprecher der Weihnachtsmänner. „Denn die Kakaobauern sind nicht bereit weiter unter menschenunwürdigen Bedingungen Kakao anzubauen“.

In Westafrika, der Hauptanbauregion für Kakao, lebt die Mehrheit der insgesamt 5,5 Millionen Kakaobauern in bitterer Armut. Ausbeuterische Kinderarbeit und Hungerlöhne für Saisonarbeiter gehören dort zum Alltag. Grund dafür ist der viel zu geringe Preis, den sie für ihre Kakaobohnen erhalten: Schätzungen zufolge liegt das durchschnittliche Einkommen eines Kakaobauern in Westafrika bei einem US-Dollar pro Tag. Während der Weltmarktpreis für Kakao 1980 inflationsbereinigt noch bei über 5.000 US-Dollar pro Tonne lag, ist er heute bei etwa 3.000 US-Dollar.

Das geringe Einkommen führt dazu, dass die junge Generation der Kakaobauern die Plantagen ihrer Eltern nicht mehr übernehmen will. Schon jetzt liegt das Durchschnittsalter von Kakaobauern in Westafrika bei 50 Jahren. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 60 Jahren droht schon bald ein Nachwuchsproblem. Prognosen zufolge wird die Nachfrage nach Kakao schon in wenigen Jahren das Angebot deutlich übersteigen. Deutschland bezieht über 70% des Kakaos aus Westafrika und wird von dem Versorgungsengpass direkt betroffen sein.

 „Wir fordern zusammen mit der Kampagne Make Chocolate Fair! die Schokoladenindustrie dazu auf Verantwortung zu übernehmen. Die Unternehmen müssen einen Kakaopreis zahlen, der den Bauern ein menschenwürdiges Leben ermöglicht“.  „Einige Unternehmen stellen ihre Produktion zwar gerade auf nachhaltig erzeugten Kakao um, aber in etwa 80 Prozent unserer Schokolade stecken immer noch Armut, Hunger und Kinderarbeit“. Der Nettoumsatz der Schokoladenindustrie liegt dieses Jahr bei rund 100 Milliarden US-Dollar. Ein Kakaobauer bekommt gerade mal sechs Prozent vom Verkaufspreis einer Tafel Schokolade.

Einladung zur  Weihnachtsmänner-Protestparade

Donnerstag 04.12 14 um 16.30 Uhr - Auf dem Markt 23 beginnend vor dem Weltladen

Weitere Informationen

www.de.makechocolatefair.org

Ansprechpartnerin

Dorothea Schröder, Stephanie Schieritz ASB Kreisverband Sömmerda e.V.  , 03634-320960

Make Chocolate Fair!ist eine europäische Kampagne von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. INKOTA übernimmt die Koordination der Kampagne in Deutschland. Bis 2015 sollen im Rahmen der Kampagne 100.000 Unterschriften für die Petition an die Schokoladenindustrie gesammelt werden.